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Markt Frontenhausen  |  E-Mail: info@markt-frontenhausen.de  |  Online: http://www.markt-frontenhausen.de

Wertstoffinsel

Verbandsversammlung spricht sich gegen Antrag des Marktes Frontenhausens aus

 

Die Verbandsräte des Abfallwirtschaftsverbandes Isar-Inn haben mit einem deutlichen Mehrheitsbeschluss den Antrag des Marktes Frontenhausen auf Übernahme des Betriebes der Frontenhausener Wertstoffinsel abgelehnt. Auch vom Verbandsvorsitzenden Landrat Heinrich Trapp und Verbandsrat Dr. Bernd Vilsmeier, beide SPD und Vertreter des Landkreises im AWV, habe man keine Unterstützung im Interesse der Bürgerinnen und Bürger von Frontenhausen erfahren.

 

Die Ablehnung erfolgte aus grundsätzlichen Erwägungen. Man habe ähnliche Anträge von anderen Gemeinden auch abgelehnt. Würde dem Antrag aus Frontenhausen stattgegeben, dann könnten andere Gemeinden ähnliche Ansprüche erheben. Im AWV-Gebiet gäbe es immerhin noch sieben Wertstoffinseln. Der Unterschied zwischen einem Wertstoffhof und einer Wertstoffinsel liegt neben anderen Faktoren auch in der Bereitstellung des Personals. Auf den Wertstoffhöfen des AWV arbeiten dessen Mitarbeiter, Wertstoffinseln werden personell von den jeweiligen Gemeinde betreut. In Frontenhausen liegen die Kosten dafür bei rund 17 000 Euro jährlich.

 

Bürgermeister Dr. Franz Gassner, dem von der Versammlung das Rederecht in dieser Sache zugebilligt wurde, machte deutlich, dass es ihm nicht in erster Linie um die Kosten gehe, sondern darum, dass die Wertstoffinsel in seiner Marktgemeinde längst die Aufgaben eines Wertstoffhofes übernehme. Der Vertrag über die Errichtung der Wertstoffinsel stammt, so der Bürgermeister, aus den 80er Jahren und damit aus einer Zeit, als Frontenhausen noch deutlich weniger Einwohner zählte.

Damals konnten sich AWV und Marktgemeinde nicht auf einen Standort einigen, sodass Frontenhausen sich für den Betrieb der Wertstoffinsel in Eigenregie entschied. „Wir sind der Ansicht, dass heute die Lage ganz anders ist, denn das Wertstoffaufkommen ist deutlich gestiegen, also sollte Frontenhausen genauso behandelt werden wie alle anderen eigenständigen Kommunen – und das bedeutet: Übernahme der Wertstoffinsel als Wertstoffhof durch den AWV“, so Dr. Gassner. Aus seiner Sicht mache es auch keinen Sinn, die Bürgerinnen und Bürger zum zwei Kilometer entfernten Wertstoffhof nach Marklkofen zu schicken, denn der dortige Wertstoffhof sei aus Kapazitätsgründen gar nicht in der Lage weiteres Wertstoffaufkommen zu bearbeiten.

 

Beim AWV sieht man die Situation anders: Auch in Postmünster (ca. 2300 Einwohner) und Zeilarn (ca. 2200 Einwohner) seien aufgrund der Nähe zu Pfarrkirchen bzw. Tann keine Wertstoffhöfe errichtet worden. Die Wertstoffinsel Julbach (ca. 2350 Einwohner) sei nach dem Austritt aus der Verwaltungsgemeinschaft Kirchdorf am Inn (ca. 5300 Einwohner) ebenfalls nicht in einen Wertstoffhof umgewandelt worden. Den Gemeinden, die sich für die Anlage der Wertstoffinseln entschieden hatten, sei nicht nur ein Zuschuss von damals 35 000 D-Mark bezahlt worden, es hätte ihnen auch bewusst sein müssen, dass die mit dem Betrieb der Wertstoffinsel verbundenen Kosten zu ihren Lasten gehen.

 

Von der Ablehnung des Frontenhausener Antrags zeigte sich Bürgermeister Dr. Gassner sehr enttäuscht: „Nach über 30 Jahren wäre es schon an der Zeit, eine Entscheidung zu überdenken“, betonte er in einem Gespräch mit der Heimatzeitung. Man werde sich jetzt andere Lösungen für das Problem einfallen lassen müssen. So wie das jetzt läuft, wollen wir das nicht weiterlaufen lassen".

 

Hier werden "Äpfel mit Birnen" verglichen! Bei den vom AWV genannten "ähnlichen Anträgen anderer Gemeinden", welche ebenfalls abgelehnt wurden, handelte es sich regelmäßig um Gemeinden mit weniger als 2.500 Einwohnern. Ein Vergleich mit dem Markt Frontenhausen (aktuell 4.645 Einwohner) und einem damit deutlich erhöhten Wertstoffaufkommen, kann hier objektiv nicht angestellt werden. Die vom AWV genannte Bezugsfallproblematik ist damit unbegründet! Aktuell verdient der AWV mit der Wertstoffinsel Frontenhausen und auf Kosten des Marktes Frontenhausen.

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